Die Abruzzen
Mit Meerblick in Richtung Orient und einem Hinterland, daß deutlich die schönste Bergkette des Apenningebirges ist, bieten die Abruzzen, stark und liebenswürdig gemäß der Definition des Schriftstellers Primo Levi, dem Touristen viele Möglichkeiten. Das Landschaftsbild, mal Kart, mal weich, bietet unvergeßliche Emotionen, mit einer Unmenge von mittelalterlichen, in den Hügeln verschanzten Dörfern, mit zahlreichen eindrucksvollen Kastellen, welche die wichtigsten Handelsstraßen bewachen. Plötzlich erschienen hier Gemsen und Wölfen, die wahren Herrscher dieser „grünen Region Europas". Es gibt vier wunderschöne Nationalparks, u.a. dem "Nationalpark der Abruzzen", schon im Jahre 1922 gegründet, welcher mit seinen vierundvierzigtausend Hektar an der Spitze. steht.

Da wo die Berge enden, "die überheblichen Persönlichkeiten des abruzzesischen Lebens" so der Schriftsteller Ignazio Silone, mit ihren jahrhundertealten Traditionen, den antiken und teilweise mysteriösen religiösen Riten, dem reichen einheimischen Handwerk, der Gastronomie, die auf der ganzen Welt geschätzt wird, den gut besuchten Thermalbädern, beginnt die Gefälligkeit der Hügel mit ihren Bächen und weitläufigen bestellten Feldern, den Weinbergen, Olivenhainen und Obstgärten. Vor diesem Hintergrund ragen des öfteren einsame Dorfkirchen mit ihren herrlichen Fresken empor, kleine Dörfer in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Zu guter Letzt die beruhigende familiäre Umarmung der Strände mit den Tourismushäfen und Sporteinrichtungen, welche die Küste mit ihren 133 Kilometern den aktiven Urlaubern zur Verfügung stellt.
Vom stolzen L'Aquila mit ihren 99 Plätzen und Kirchen, wie es die Tradition will, zum schlichten Teramo mit ihrer prächtigen Kathedrale, von Chieti, wo die Abruzzen den Ausdruck einer romantischen Vision auf das entfernte Meer haben, zum dynamischen Pescara, lassen sich die Abruzzen in ihrer ganzen Vielfalt wahrnehmen, eine faszinierende Synthese aus Tradition und Modernem, Ein modernes Straßennetz erlaubt es, sich in kürzester Zeit vom Meer zum schönsten Bergmassiv im Zentrum Italiens, dem Gran Sasso, zu begeben und die Region auf bequeme Art und Weise zu durchqueren. Kraft und die Liebenswürdigkeit erwarten Sie. Schöne Ferien.
Ascoli Piceno
Antike Hauptstadt der Picener (Asculum) erobert von den Römern im Jahre 286 v. Chr., im Jahre 91 gab sie Anstoß zur Revolte, die zum Krieg führte, wo sie im Jahre 89 mit der Zerstörung durch Gneo Pompeo bestraft wurde. Später lebte sie wieder auf und blieb eine der stärksten Städte des Piceno. Zahlreich sind die römischen Inschriften. Das Christentum wurde, entsprechend der Tradition, in Ascoli im IV. Jahrhundert von S. Emidio eingeführt, der der erste Bischof (und später Schutzheiliger) der Stadt sein soll; der erste Bischof mit Sicherheit ist Lucenzio (451). Besetzt von den Goten im Jahre 544, eingegliedert dann von den Langobarden zum Herzogtum von Spoleto, ging sie später unter die Führung der Bischöfe; die Stadt wurde freie Gemeinde im Jahre 1185 und nahm an den Kämpfen zwischen Kirche und Kaiserreich teil (im Jahre 1242 wurde sie von Federico II geplündert). Von 1256 bis 1504 führte sie lange Schlachten mit Fermo um den Besitz eines Schiffsanlegeplatzes an der Mündung des Flusses Tronto.
Im XIV. und XV. Jahrhundert überordneten sich verschiedene vornehme Herrschaften über die freie Gemeinde, wie die der Galeoto Malatesta, der Tibaldeschi, Blasco Gomez, der Herzog von Atri, etc., alle von kurzer Dauer, bis sich im Jahre 1502 die Herrschaft des Papstes stabilisierte, der sie bis 1860 unterworfen war, mit Ausnahme der kurzen napoleonischen Zeit, zu der sie zum Regno Italico gehörte.
Zu besichtigen: Volksplatz (Schmuckstück und Stolz der Stadt, öffentlicher Salon im wahrsten Sinne des Wortes), Palast der Capitani (XIII, Jahrh.) Kirche S. Francesco, Theater Ventidio Basso, Kirche S. Maria della Carità (XIV. Jahrh.), Kirche S. Gregorio Magno, Platz Arringo, Kathedrale von S. Emidio, Taufkapelle des S. Giovanni, Tor Gemina oder Romana, Brücke des Haupttores, Tor Tufilla, Eremitage des S. Marco, Brücke Cecco, römisches Theater, Kirche von S. Vittorio, archäologisches Staatsmuseum, Diözesan-Museum, Pinakothek, Museum für Naturgeschichte „A. Orsini", Galerie zeitgenössischer Kunst.
Offida
Eine Stadt antiksten Ursprungs, gegründet zur Steinzeit, eine Theorie die sich auf die zahlreichen archäologischen Überreste gründet. Zu späterer Zeit wären die Ursprünge von Offida den Picenem, welche von einer Gruppe Sabiner stammten, zuzuschreiben, welche die Stadt gründeten. Die picener Zivilisation wurde mit der Ankunft der Römer ausgerottet, während des III. Jahrhunderts v. Chr. Im VI. Jahrhundert n. Chr. kamen die Langobarden nach Italien welche 580 n. Chr. Ascoli und somit auch Offida einnahmen, trotz der vergeblichen Versuche seitens der Bevölkerung, sich gegen die Eindringlinge zu wehren. Während des VII. Jahrhunderts n.Chr., soweit vom Historiker G. Colucci überliefert, wurde Offida, schon Sitz eines Schlosses, Sitz eines Gastaldo der Grafschaft von Ascoli. Der Historiker Arduini bestätigt in seinen Schriften, daß mit der Ankunft der farfensischen Mönche Offida die Epoche seiner wahren Blüte aus ökonomischer und landwirtschaftlicher Sicht erreichte, ein einfaches und sicheres Leben mit der Konstruktion der castellanischen Mauer und nachfolgend des Gemeindepalastes.
Im XIII. Jahrhundert konnte sie schon als Stadt betrachtet werden nach einem Siegel des Urbano IV.
Auch im XIII. Jahrhundert erfolgten zahlreiche Schlachten zwischen Guelfi und Ghibellini und zwischen der Stadt Ascoli und Fermo; Schlachten, die sich hinzogen bis ins XVI. Jahrhundert und welche auch die Verwicklung von Offida alliiert mit Fermo sahen. Im Jahre 1557 versuchten einige Franzosen die nach Fermo wollten den Gemeindepalast anzuzünden und zerstörten dabei einen Teil des Archivs. Im Jahre 1576 erfolgte die Gründung des Bürgermarktes und 1524 die Reform der Gemeindestatute. Im XVII. Jahrhundert bis zum XVIII. Jahrhundert trat das Städtchen in den Kirchenstaat ein unter dem Sitz des Montaldo und ihm wurde eine gewisse Autonomie zuerkannt. Im Jahre 1808 wurden die Marken von Napoleon dem Regno Italico angegliedert, eine Entscheidung welche zum Ende der vorübergehenden Macht des Papstes führte, erneut bestätigt im Jahre 1815 vom Wiener Kongress.
Im Jahre 1860 nahm ein revolutionäres Komitat an den Streitigkeiten gegen das Papstheer teil, welches in Castelfidardo besiegt wurde und übernahm die Regierung der Stadt. Infolge dieser Geschehnisse wurde Offida im Jahre 1861 der Provinz Ascoli angeschlossen und der erste Bürgermeister von Offida ernannt: Domenico Curti.
Zu besichtigen: Museum der Klöppelspitze, archäologisches Museum, Museum der Volkstraditionen, Pinakothek, die Stadtmauern, die berühmte Fontäne, Gemeindepalast, das Theater goldene Schlange (serpente aureo), das ehemalige Kloster des S. Francesco, das Kloster von S. Marco, die Kollegistkirche, die Kirche der Schmerzensmutter, die Kirche der Fürbitte, die Kirche von S. Agostino, die Kirche S. Maria della rocca, die Kirche des heiligen Bernardo.






